IMPROVE – Ziele, die etwas Vorhandenes verbessern wollen
Etwas Vorhandenes soll verbessert werden, bedeutet meist steigern, verringern, verändern. Solche Ziele beinhalten oft, sich auf vorhandene Prozesse oder Kennzahlen zu konzentrieren. Anders als bei NEW können wir hierbei auf vorhandene Daten und Erfahrungen zurückgreifen.
Wir können folglich analysieren und schlussfolgern, was wir verändern sollten. Häufig sind es dann viele kleine Verbesserungsschritte, die zu dem gewünschten Ergebnis führen.
In der Regel lohnt sich zunächst eine gemeinsame Analyse des Status quos, z. B. durch die Visualisierung des Prozesses, das Heranziehen von verschiedenen Metriken oder ein Selbsttest. Dies sollte bereits helfen, mögliche Verbesserungspotenziale oder Problemursachen aufzudecken.
Anschließend gilt es, Thesen zu bilden, was eine Verbesserung herbeiführen könnte und die vielversprechendsten – idealerweise isoliert messbar – umzusetzen. Abschließend prüfen wir, ob und in welchem Maße Fortschritte erzielt wurden.
Zu dem Methodenkasten gehören unter anderem:
- A/B-Testings zur Ermittlung von wirkungsvolleren Varianten
- Lean Management zur Eliminierung von Verschwendung und Wartezeiten
- Six Sigma für die Beseitigung von Abweichungen und Qualitätsproblemen
Menschen: Für derartige Ziele ist ein Mix aus analytisch-orientierten und kreativ-denkenden Menschen hilfreich. Denn einerseits geht es viel um messen und auswerten, andererseits profitieren die Verbesserungsideen von kreativen Köpfen. Zudem sollten unbedingt Personen involviert werden, die im Tagesgeschäft mit dem zu optimierenden Thema zu tun haben. Dies ermöglicht wichtige Praxiseinblicke und erhöht die Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen.
Struktur: Je nach Umfang des Ziels kann ein einzelnes Team/Abteilung betroffen sein (Verbesserung des Verkaufsgesprächs durch den Vertrieb) oder mehrere Parteien (Steigerung der Umsätze mit Produkt X). Entsprechend kann ein Projekt-Team aufgesetzt werden oder eine Abteilung / Team eigenständig ggf. mit Unterstützung von Experten (z. B. Data Analyst) agieren.
Metriken: Quantitative Metriken sind entscheidend für derartige Ziele. Dabei reichen meist nicht finale Bewertungsmetriken wie z. B. Umsatz aus, sondern es müssen für Analyse und Optimierungszwecke weitere Kennziffern herangezogen werden (z. B. Conversion Rate von Landing Page zur Registrierung oder Fehlerquote von Schritt 1 zu Schritt 2 in der Prozesskette).
Zeit: Auch bei diesen Zielen wissen wir nicht genau, wann wir den gewünschten Zustand erreicht haben werden, da wir unter anderem nicht die Wirkung der geplanten Maßnahmen sicher abschätzen können. Zeitvorgaben sind hier nur ein kommunikatives Mittel, um entweder Druck auszuüben oder den spätesten Evaluierungspunkt zu setzen.
Viel entscheidender ist die Frage, wie schnell die Wirkung der getroffenen Maßnahmen verlässlich messbar ist. Wenn bei Kunden vor allem zur Weihnachtszeit Spekulatius kaufen, sind Maßnahmen zur Umsatzsteigerung erst dann wirklich auswertbar. Dieser Zusammenhang sollte zuerst klar werden, bevor zeitliche Restriktionen gesetzt werden. Im besten Fall werden Wege gefunden, den Feedback-Zeitraum zu minimieren.