Haben wir ausreichend Kapazitäten & Ressourcen?
Um wirkungsvoll und fokussiert an einem Ziel arbeiten zu können, muss sichergestellt sein, dass die notwendigen Kapazitäten und Ressourcen verfügbar sind. Die Arbeit wird ineffizient, wenn viel Wartezeit entsteht, weil beispielsweise die Grafikabteilung erst in zwei Wochen Zeit hat, jetzt aber der Flyer erstellt werden muss, um die Kommunikation mit der Zielgruppe zu starten. Wartezeit kann auch entstehen, wenn eine Maschine nicht verfügbar ist oder Budgets nicht freigegeben werden.
Je mehr Ziele eine Organisation verfolgt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für diese Kapazitäts- und Ressourcenkonflikte. Ebenso kann ein anspruchsvolles operatives Geschäft die Möglichkeiten verringern, mehrere Ziele parallel zu verfolgen.
Entscheidend ist nicht nur, ob generell Zeit vorhanden ist, sondern ob sie auch zum richtigen Zeitpunkt verfügbar ist. Eine Grafikerin kann mit Blick auf den Monat generell ausreichend Kapazitäten für drei Ziele haben. Wenn dann allerdings alle Anfragen erst in der letzten Woche eingehen, kann sie trotzdem zum »Engpass« werden.
Wie Kapazitäten auf wundersame Weise entstehen oder verschwinden
»Wenn du ein Schiff bauen willst, so trommle nicht Menschen zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Menschen die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.« – Antoine de Saint-Exupéry.
Verstehen die Menschen in der Organisation den Zweck hinter dem Ziel und sind sie motiviert daran zu arbeiten, werden sie automatisch mehr Zeit darüber aufbringen. Sind sie hingegen nicht von der Relevanz des Ziels überzeugt oder fällt es ihnen schwer, konkret daran zu arbeiten, werden sie (unterbewusst) zu anderen Tätigkeiten tendieren.
Es lohnt sich also Zeit und Energie in die Kommunikation des Ziels zu stecken als auch auch die Motivation der Mitarbeitenden im Blick zu behalten.
Wie können wir Engpässe erkennen?
Sofern das Ziel recht klar ist, weil etwas Bekanntes erneut umgesetzt wird (siehe EIN-Framework), fällt uns die Kapazitätsplanung sicherlich leichter. Problematisch wird es, wenn sich die Arbeit an den Zielen nicht genau vorhersagen lässt (siehe 2. Fragestellung). Wir werden schlichtweg mit unvollständigen Informationen arbeiten müssen. Trotzdem können wir eine Annäherung vornehmen, um die gröbsten Fehler zu vermeiden.
Folgende Fragestellungen sollten daher bearbeitet werden, bevor Ziele verabschiedet werden:
- Welche Teams/Abteilungen werden für die angedachten Ziele benötigt?
- Betrifft dies nur einzelne Personen oder die gesamte Gruppe?
- Gibt es Überschneidungen mit anderen Zielen?
- Wie hoch ist die erwartete Arbeitslast für die jeweiligen Personen/Gruppen?
- Wie stark sind die Personen/Gruppen im operativen Geschäft eingebunden?
- Wie sieht die Arbeitslast voraussichtlich in den kommenden Wochen aus?
- Welche Ressourcen brauchen wir für die Arbeit am Ziel?
- Inwieweit können wir diese Ressourcen jetzt bereits zusichern?
Mit einem unserer Kunden haben wir eine sehr einfache Kapazitätsplanung auf Wochenbasis erstellt. Dazu haben wir drei DIN-A4-Blätter (für drei Monate) mit Linien geviertelt und die betroffenen Mitarbeitenden gebeten, mit Post-its in die jeweilige Zelle die erwarteten Themen pro Woche einzutragen. Dies reichte oft schon aus, um Probleme zu identifizieren bzw. die Diskussion sinnvoll zu strukturieren.