Unser Podcast

Elektro statt Diesel
für Nutzfahrzeuge.
Mit Martin Hoffmann von der
ISEKI-Maschinen GmbH

Der Wandel vom Verbrenner zum Elektromotor ist in aller Munde.

Diese Transformation betrifft aber nicht nur die Automobilhersteller, sondern auch Nutzfahrzeuge zum Mähen, Transport oder für den Winterdienst.

Ein Antreiber für diesen Wandel in NRW ist Martin Hoffmann, Geschäftsführer der ISEKI Maschinen GmbH, die seit mehreren Jahren als Händler für Nutzfahrzeuge Elektrolösungen anbieten.

Im Gespräch mit uns erzählt Martin, was ihn antreibt, sein Familienunternehmen nachhaltig auszurichten. Dabei gehen wir darauf ein, wie er an dieser Vision arbeitet, welche Probleme das mit sich bringt, aber auch welche Chancen sich auftun und was all das mit den Menschen in seinem Unternehmen macht.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee Content. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen '
'

Iseki Maschinen GmbH: Vom Familienbetrieb zum Vorreiter für Kommunaltechnik

Die Iseki Maschinen GmbH, mit Geschäftsführer Martin Hoffmann an der Spitze, ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Sitz in Meerbusch, Nordrhein-Werstfalen. Ursprünglich als Importeur für japanische Traktoren gegründet, hat sich das Unternehmen über fünf Jahrzehnte hinweg zu einem vielseitigen Anbieter von Kommunalmaschinen entwickelt. Heute umfasst das Portfolio neben klassischen Kompakttraktoren auch elektrische Leichttransporter und professionelle, elektrische Mähmaschinen. Die Hauptkunden sind Kommunen, Dienstleister, aber auch größere private Anwesen und Institutionen wie die Bundeswehr oder Sportvereine.

Transformation: Von Diesel zu Elektro

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Transformation des Unternehmens hin zu nachhaltigen, elektrischen Antriebslösungen. Während der klassische Markt weiterhin von Dieselmaschinen dominiert wird, wächst der Anteil an Elektrofahrzeugen und -geräten stetig. Besonders im Bereich der Elektrotransporter, die mit bis zu einer Tonne Nutzlast und einer Reichweite von 120 bis 150 Kilometern überzeugen, sieht Hoffmann großes Potenzial. Die Umstellung ist allerdings noch nicht abgeschlossen – viele Kunden zögern aufgrund fehlender Rahmenbedingungen und höherer Anschaffungskosten, obwohl die Betriebskosten und Wartung bei Elektrogeräten langfristig günstiger sind.

Nachhaltigkeit als Leitbild und Motivation

Nachhaltigkeit ist für Hoffmann nicht nur ein persönliches Anliegen, sondern auch ein zentraler Bestandteil der Unternehmensvision. Die Mitgliedschaft im Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) unterstreicht diesen Anspruch. Hoffmann sieht die Aufgabe des Unternehmens darin, aktiv an der Transformation mitzuwirken, klimaneutral zu werden und sich auch für Biodiversität einzusetzen. Ein eigens erstellter Nachhaltigkeitsbericht dient als Grundlage, um Fortschritte messbar zu machen und Ziele wie die Reduktion des CO₂-Ausstoßes und die Steigerung des Elektroanteils im Produktmix zu verfolgen.

Herausforderungen und Chancen der Transformation

Die Umstellung auf Elektromobilität bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich – sowohl intern als auch extern. Für die Belegschaft bedeutet dies neue Qualifikationsanforderungen, etwa im Umgang mit Hochvolt-Technik. Auch die Händlerstruktur muss sich an die neuen Produkte anpassen. Hoffmann begegnet diesen Veränderungen mit Transparenz, regelmäßigen Townhall-Meetings und einer aktiven Kommunikation über Social Media, um sowohl Mitarbeitende als auch Kunden mitzunehmen und Ängste abzubauen.

Die Rolle von Rahmenbedingungen und Marktmechanismen

Ein wiederkehrendes Thema ist die Bedeutung klarer politischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Hoffmann verweist auf Beispiele aus den Niederlanden, wo gezielte Vorgaben für emissionsfreie Innenstädte Innovationen und Marktwachstum im Bereich Elektrokommunaltechnik befördert haben. In Deutschland hingegen fehlt es noch an vergleichbaren Impulsen, was die Verbreitung von Elektromaschinen bremst. Hoffmann sieht hier dringenden Handlungsbedarf, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern und die Transformation zu beschleunigen.

Vision, Führung und Unternehmenskultur

Hoffmann beschreibt, wie er als Geschäftsführer die Vision für das Unternehmen formuliert und diese klar kommuniziert hat. Die Vision umfasst wirtschaftlichen und sozialen Erfolg, Klimaneutralität und einen Beitrag zur Biodiversität. Die Umsetzung erfolgt schrittweise, mit messbaren Kennzahlen und einer offenen Diskussionskultur. Dabei betont er die Bedeutung von Empathie und Dialog, um die Belegschaft in den Wandel einzubinden und Unsicherheiten zu adressieren.

Blick in die Zukunft: Innovation, Kreislaufwirtschaft und neue Geschäftsmodelle

Abschließend richtet Hoffmann den Blick auf zukünftige Entwicklungen. Neben der weiteren Elektrifizierung des Portfolios denkt das Unternehmen über neue Geschäftsmodelle wie Vermietung, Service und Kreislaufwirtschaft nach. Auch Themen wie Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen rücken stärker in den Fokus, etwa durch Kooperationen mit Biologen und die Entwicklung von Mähstrategien, die CO₂-Senken stärken. Hoffmann sieht die Transformation als Spielfeld voller Chancen, das mit Mut, Flexibilität und Freude gestaltet werden kann.

Shownotes

  • ISEKI Maschinen GmbH
    www.iseki.de/
    Unternehmenswebseite von ISEKI, Anbieter von Kommunal- und Nutzfahrzeugen.
  • Buchtip: Reinventing Organizations
    www.reinventingorganizations.com
    Ein Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit. Von Frederic Laloux und Mike Kauschke. Vahlen 2024.
  • Buchtip: Spiral Dynamics
    www.spiraldynamics.org
    Leadership, Werte und Wandel: Eine Landkarte für das Business, Politik und Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Von Don Edward Beck und Christopher C. Cowan. Kamphausen 2010.
  • Podcast Future Trails: Die Übersicht aller Folgen
    impactive.works/future-trails/
    Der Podcast mit Menschen, die heute bereits in die Zukunft schauen und Wege dahin finden.